Herzlich willkommen bei Geotourist Freiburg
Herzlich willkommen bei Geotourist Freiburg

Vulkane im Hegau

Pilotprojekt für grenzüberschreitenden Geotourismus

Ergebnis einer effizienten Zusammenarbeit

Projektpartner waren die Arbeitsgemeinschaft Tourismus Hegau-Schaffhausen, das damalige Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, das damalige Landesamt für Geologie und Geotourist Freiburg.

Lieferumfang: Das Kartenpaket „Vulkane im Hegau“ besteht aus einer doppelseitig bedruckten Karte gleichen Blattausschnitts im Massstab 1:50.000 und zwei beigepackten Broschüren im Einsteckformat. Im Vergleich zum klassischen Blattschnitt topographischer Karten gleichen Massstabs erspart der Blattausschnitt dem Nutzer den Kauf von vier topographischen Einzelkarten. Die Vorderseite besteht aus der normalen topographischen Karte mit den eingetragenen und in den Broschüren beschriebenen Routen sowie die touristischen Besonderheiten. Auf der Rückseite ist eine vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg zur Verfügung gestellte und in Rücksprache mit dieser Fachbehörde leicht vereinfachte geologische Karte mit topographischem Hintergrund aufgedruckt. Die Originalvorlage ist die Geologische Karte 1:50.000 "Hegau und westlicher Bodensee" von Albert Schreiner. Der Blattschnitt beider Karten ist identisch. Die graphische Aufbereitung der Broschüren wurde vom Studio Weber in Wahlwies bei Stockach durchgeführt. Gedruckt wurden die topographische und die geologische Karte sowie die beiden Broschüren vom Landesvermessungsamt Baden-Württemberg in Stuttgart.

Inhalt der Broschüren: Hier wird Erdgeschichte durch verschiedene Tourenvorschläge und Einzelziele für den Einzelnen erlebbar. Schriftsteller oder frühe Naturforscher und Ärzte wie Goethe, Hesse oder Scheuchzer haben sich über die im Raum Hegau - Schaffhausen vorkommenden Gesteine, Mineralien oder Fossilien geäußert oder sie gar beschrieben. Hierfür wurden deutlich abgesetzte Kastentexte eingesetzt, was zur Auflockerung des Textes beiträgt. Verweise auf Flurnamen als Hilfsmittel zur Erklärung geologischer Sachverhalte tragen insbesondere bei Einheimischen zur besseren Identifikation mit der Landschaft bei.
Wichtig sind auch Querverbindungen zur Botanik, weil sich aus der Pflanzendecke auch Rückschlüsse auf das anstehende Gestein bzw. die Bodenverhältnisse treffen lassen. Dadurch kann insbesonders der Wiedererkennungswert für den geologisch interessierten Laien gefördert werden. Natürlich gehören in einem archäologisch so bedeutenden und gut erforschten Gebiet auch entsprechende Hinweise auf die Ur- und Frühgeschichte, zumal die Siedlungsplätze von unseren Vorfahren oft unter geologischen Gesichtspunkten ausgewählt wurden.

Die erste Broschüre enthält eine Einleitung sowie die Beschreibungen der ausgewiesenen zum Teil grenzüberschreitenden Touren in Form von Wanderungen, Radtouren, den Schiffskurs Schaffhausen – Stein am Rhein sowie eine Autoexkursion, welche alle wesentlichen Vulkane im Hegau ansteuert. Eine Infobox resümiert die jeweils wichtigsten Informationen.

Die zweite Broschüre enthält allgemeine Informationen wie ein Verzeichnis der Fremdenverkehrsämter und der Museen, ein Glossar zur Erklärung der im Text hervorgehobenen Fachbegriffe sowie weiterführende Literatur. Außerdem wurden hier 19 besondere Einzelziele („Highlights“) ausführlicher dargestellt, weil diese Besonderheiten bereits für sich allein gesehen einen Besuch rechtfertigen („Sonntagsausflug“). Auch hier wurde ergänzend eine Infobox eingebaut.

Bestellung: Die Broschüren sind leider vergriffen!

Ein paar Worte zur Geologie der Hegauvulkane und des Bodensees

Ein paar Worte zum Hegau: Das Gebiet gehört nicht nur zu den landschaftlich malerischsten sondern auch zu den geologisch bemerkenswertesten Landschaften Deutschlands. All das, was wir heute sehen können - die bizarren Vulkankegel, die hügelige Moränenlandschaft und der angrenzende Bodensee - ist das Ergebnis von geologischen Prozessen, die - wie schon der Heimatdichter Ludwig Finckh treffend bemerkte - den Hegau durch "Feuer, Eis und Wasser zu einem Paradies formte". 
Im Neogen kam es im Hegau durch Schwächezonen in der Erdkruste aber auch im Gefolge von durch die Entstehung der Alpen ablaufenden Prozesse zu einer vulkanischen Tätigkeit, die vor knapp 20 Millionen Jahren begann, deren Höhepunkt vor etwa 14 Millionen Jahren lag und die vor etwa 6 Millionen Jahren zu Ende ging. Heiße Magma aus dem Erdinnern erreichte die teilweise Erdoberfläche und lagerte sich dort in Form von mächtigen Tufflagen, vulkanischen Bomben und Lapillis ab, deren Formenvielfalt heute zur Einmaligkeit des Hegaus beiträgt. Doch – um wiederum eine Beschreibung von Ludwig Finckh zu gebrauchen - „des Herrgotts Kegelspiel“ erhielt erst im Quartär seinen sprichwörtlichen „letzten Schliff“. Mit Beginn dieses letzten Zeitabschnitts der Erdgeschichte setzte eine Abkühlung ein, die hauptsächlich auf der Nordhalbkugel für mehrmalige, phasenweise Vorstöße der Gletscher in das Vorland der Gebirge verantwortlich war. Dabei kam es zur Ablagerung verschiedener Moränen, aber auch von Schottern der Schmelzwasserflüsse. Die Hauptphasen der Kaltzeiten (Eiszeiten) werden im nördlichen Voralpenland nach den Flüssen Biber, Donau, Günz, Mindel, Riß und Würm benannt. Für die Gestaltung des Hegau spielen die Gletschervorstöße aus den Alpen eine entscheidende Rolle.

Ein paar Worte zum Bodensee: Die Eissohle des gewaltigen Rheingletschers tiefte sich in die Schichten der Oberen Süßwassermolasse und in die Vulkantuffe ein. Sie hobelte und schmirgelte mit ihrer Bodenfracht die damalige Landoberfläche ab und verbreiterte so die Täler und Senken. Allerdings widerstanden die härten vulkanischen Bildungen dem Angriff des Eises. Dadurch wurden die Vulkanschlote allmählich regelrecht „freipräpariert“: die kegelförmigen Hegau-Berge sind also nicht wie der Vesuv durch Aufschüttung von Asche und Lava entstanden. Es sind vielmehr "Vulkanruinen", deren heutige Form durch Abtragung entstanden ist. Auch ursprünglich nicht bis an die Erdoberfläche vorgedrungene und im Untergrund erstarrte magmatische Schmelzen gelangten durch dei Kräfte der Verwitterung und der Abtragung allmählich an die Oberfläche. In den Warmzeiten zwischen den einzelnen Kaltzeiten zogen sich die Gletscher wie heute in die Hochgebirge zurück. Die einzelnen Gletscher- und Schmelzwasservorstöße bewirkten jeweils eine Veränderung und Abrasion (Abtragung) der in der vorangegangenen Eiszeit abgelagerten Sedimentfracht. Jeweils jüngere Schmelzwässer tieften sich in älteres Material ein. Daher finden wir heute ältere quartäre Schotter die bevorzugt auf den Höhenrücken, während die Schotter und Moränen der jüngeren Kaltzeiten in den Tälern und Senken zu finden sind. Die zu Beginn des Quartärs um 800 bis 900 m hoch liegende Hochfläche wurde auf diese Weise zerschnitten. Neben einzelnen Bergrücken entstanden in den Senken durch die vorstoßenden Gletscher oft tiefe Becken, von denen das Bodenseebecken das bedeutendste ist. Durch Abtragungsprozesse in den letzten 10 000 Jahren seit dem Ende der letzten Kaltzeit entstand das heutige Landschaftsbild des Hegaus.
Die Entstehung des Hegaus liegt also in Bezug auf das Gesamtalter der Erde noch nicht lange zurück und umfaßt auch nur einen relativ kurzen geologischen Zeitraum. Die ungebändigten Kräfte von Feuer, Eis und Wasser schufen hier eine einmalige Landschaft mit hohem Freitzeit- und Erholungswert.

Haben Sie Lust bekommen, dieses Gebiet einmal selbst kennenzulernen? Geotourist Freiburg bietet - auch in Kooperation mit Hegau Tourismus - regelmäßig Exkursionen und Führungen an. Natürlich können Sie sich auch eine Wunschveranstaltung zusammenstellen (lassen).

Dr. Matthias Geyer
Geotourist Freiburg
Hansjakobstraße 112b
79117 Freiburg
Tel. +49-162-40.65.416
E-Mail: geotourist@aol.com