
19. - 25. September 2010: Studienreise "Gardasee, Trentino und Verona" auf den Spuren von Goethe
Die diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der geokulturellen Reise erwartet ein ähnliches Programm wie 2009 - hoffentlich auch ebensoschönes stabiles Spätsommerwetter! Weitere Einzelheiten können auf einem Faltblatt nachgelesen werden, welches auf Anfrage gerne verschickt wird.
Hinweis: Regen- und Sonnenschutz sowie festes Schuhwerk; bei Bedarf Fernglas und Foto / Kamera. Die Gruppe besteht aus max. 16 Personen. Kaffeepausen erfolgen zusätzlich nach den Wünschen der TeilnehmerInnen. Bei ordentlichem Wetter ist mittags Rucksackverpflegung vorgesehen (nicht im Pauschalpreis inbegriffen). Pauschalpreis: 790,- € (für folgende Leistungen: Fahrt im Kleinbus ab/bis Freiburg, 6x ÜF im DZ (zentrale **Hotels), 5x Abendessen alle Museumseintritte, Weinprobe im Weingut Endrizzi bei San Michele im Etschtal nördlich von Trient (Trento) sowie die Reisedokumentation. Hotelabhängiger Zuschlag für EZ; bitte unbedingt bei Buchung angeben. Der Sonderpreis bei verbindlicher Buchung bis 15.07.2010 beträgt 770,- €; Anmeldung: 0162-4065416 oder per E-Mail. Bitte beachten Sie: Auf Anfrage Vermittlung von Hoteladressen in Freiburg bei Anreise am Vorabend der Abfahrt. Die Preise sind im Hinblick auf die gegenwärtigen Kraftstoffpreise kalkuliert. Bei starker Verteuerung kann es zu einem Aufschlag von max. 20 € pro Person kommen!
20. - 26. September 2009: Studienreise "Gardasee, Trentino und Verona" auf den Spuren von Goethe
Diese „geokulturelle“ Studienreise führte an die Gestade des Gardasees, der seit jeher Dichter und Denker zu schwärmerischen Beschreibungen veranlasste. Schwerpunkt war dabei das nördliche Gardaseegebiet um Riva und Torbole. Im Rahmen von Tagesexkursionen wird die geologische Entstehungsgeschichte des Gebiets durch den Besuch von klassischen Lokalitäten erklärt sowie durch botanische und kulturelle Besonderheiten ergänzt. Dabei finden auch Wanderungen von max. 3 h Länge statt. Besuche, Museen und Besichtigungen (z. B. Zitronengärten am Seeufer, Bergsturzgebiete, Wasserfälle, Schluchten und Gletschermühlen sowie eine Fahrt in das Monte Baldo Gebiet und die Führung in einem Weingut (mit Weinprobe) rundeten das Programm ab. Gleichzeitig wird auch auf die eingangs erwähnten literarischen Beschreibungen eingegangen, wobei sich hier die Bezüge zu Goethes „Italienischer Reise“ als Leitfaden durch das Programm ziehen. Teilnehmer der Studienreise erhalten vorab weitere Literaturhinweise sowie bei Reiseantritt eine Dokumentation mit Angabe der besuchten Lokalitäten. Die Erklärungen zum „Geopanorama am Gardasee“ werden allgemeinverständlich vermittelt und durch die Auswahl der besuchten Lokalitäten im wahrsten Sinne des Wortes ansprechend.
Sonntag, 09. August 2009: Torbole am Gardasee - Goethe und die Geologie
Der Gardasee bietet mehr als Wasser, Wind und Frühlingsonne! Oberhalb von Torbole bietet sich ein einmaliges Landschaftspanorama auf das Nordufer des Gardasees mit Riva und Torbole, den beiden durch den Monte Brione getrennten und seit einigen Jahren durch einen Tunnel verbundenen Kleinstädten. Dieser paradiesiche Ausblick hat bereits Johann Wolfgang von Goethe auf seiner "Italienischen Reise" fasziniert und er legte davon ein begeistertes schriftliches Zeugnis ab. Goethe und die Geologie ist übrigens ein faszinierendes Thema! Daneben gibt es direkt am Aussichtspunkt kleine, aber eindrucksvolle Karstphänomene zu sehen und etwas unterhalb kann man die berühmten Gletschermühlen besuchen. Zum Verständnis der Führung (in deutscher Sprache) sind keine Fachkenntnisse erforderlich.

Erste Tafeln im Rahmen des Projekts "Europäische Goethestraße" wurden im Spätsommer 2008 im Weingut Endrizzi im Etschtal nördlich von Trient aufgestellt. auf dreisprachigen Stelen (Italienisch, deutsch und englisch) werden dort Besucher auf das literarische Werk Goethes und die darin enthaltenen Beschreibungen zu Natur und Geologie aufmerksam gemacht. Durch ergänzende Texte werden gleichzeitig - ebenfalls dreisprachig - allgemeinverständliche Erklärungen zur geologischen Situation des Gebiets gegeben. Das Beispiel zeigt die Zielrichtung des Netzwerks der Europäischen Goethestraße: Das Thema "Goethe" wirkt als Bindeglied von verschiedenen Interessensgruppen und leistet einen Beitrag zum Geotourismus und damit auch zur besseren Verständlichkeit der Geowissenschaften.
Die Reisebeschreibungen und andere Werke von Goethe erhalten häufig überraschend detaillierte Beobachtungen und Beschreibungen zur Natur- und Landschaftsgeschichte. Zweck und Ziel diese Projekts ist es, zuerst an einigen Pilotstandorten entlang einer virtuellen „Goethestraße“ die Beobachtungen und Aufzeichnungen Goethes mit einer modernen geowissenschaftlichen Interpretation zu vergleichen. Dadurch soll den heutigen Geowissenschaftlern die wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung Goethes in Erinnerung gerufen werden. Andererseits soll durch allgemeinverständliche Erklärungen auf Tafeln, in Broschüren oder auf Internetseiten eine breitere Öffentlichkeit für die Geowissenschaften interessiert werden. Dadurch kann gleichzeitig auch ein Beitrag zum Schutz geologischen Naturerbes geleistet werden. Die Abbildung zeigt Goethe vor dem ihm gewidmeten Museum in Ilmenau.
Nach einer umfangreichen Literaturrecherche und verschiedenen kleineren Präsentationen auf internationalen Kongressen seit 2004 werden gegenwärtig die Möglichkeiten ausgelotet, ein international getragenes Projekt zu entwickeln, an dessen Ende die Verwirklichung einer "Europäischen Goethestraße" stehen soll. Hierbei soll an verschiedenen Orten auf der Grundlage der Beobachtungen und Aufzeichnungen von Johann Wolfgang von Goethe zur Geologie und zur Natur "geokulturelle Information" zugänglich gemacht werden. Damit soll auch ein Beitrag zur Wertstellung des geologischen Naturerbes in Europa geleistet werden. Eine erste Führung im Rahmen dieses Projekts unter dem Label "Goethe und die Geologie" fand am 5. Oktober 2006 zwischen Nago und Torbole am Nordufer des Gardasees statt. In Torbole übernachtete Goethe im September 1786. Am "Goethe-Haus" ist eine Gedenktafel angebracht; natürlich führt eine "Via Goethe" zum Haus (vgl. Abbildung)! Die Gemeinde Nago - Torbole plant das Aufstellen einer Goethetafel an den Gletschermühlen am Panoramaparkplatz zwischen Nago und Torbole.
Am 22. September 2007 wurde das Projekt auf der Geopomerania 2007 in Szczecin (Stettin) diesmal durch einen Vortrag und ein Poster zu den "Geologischen Beobachtungen von Johann Wolfgang von Goethe in Norddeutschland" vorgestellt, wobei auch auf die geologischen Untersuchungen auf den Harzreisen von Goethe eingegangen wurde. Goethe war auf der ersten Reise im jahre 1777 in Begleitung seiner Malerfreundes Kraus unterwegs, der auf Bitten von Goethe zahlreiche Skizzen anfertigte - so auch die hier dargestellte Abbildung des aus Sandsteinen bestehenden Klusfelsens.
Die bisherigen Tagungsbeiträge im Rahmen des hier vorgestellten Projekts finden Sie auf den englischsprachigen Seiten Goethe and Geology.
Von 30. Mai bis 2. Juni 2007 fand in Weimar die Hauptversammlung der Goethe Gesellschaft mit dem Rahmenthema "Goethe und die Natur" statt. Dabei wurde am 31. Mai 2007 in der Arbeitsgruppe E von 16h - 17h30 über "Goethes geologische Passionen" diskutiert.
Auf der Internationalen Geotop Tagung in Wien im Juni 2007 wurden zwei Poster zu diesem Thema ("Goethe und Österreich" und "Goethe und die Geologie") vorgestellt sowie im Tagungsband folgender Artikel veröffentlicht: Matthias Geyer, Geraldine Bissig, Gisela Maul, Markus Meißner, Andreas Peterek, Ina Pustal, Heinz-Gerd Röhling: Goethe und die Geologie - Ein geotouristisches Nutzungskonzept zu den geologischen Betrachtungen in den Schriften Johann Wolfgang von Goethes. - Abh. Geol. B. A., 60 / Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 51: 61 - 66, 7 Abb.; 2007. Unter www.geologie.ac.at / Geomarkt / Publikationen / Abhandlungen / Band 60 finden Sie ein Gesamtverzeichnis der Artikel. Alle Publikationen - also auch der eingangs erwähnte Artikel, können dort als pdf-Datei gratis heruntergeladen werden. Die Abbildung zeigt das Goethedenkmal am Wiener Ring.
Auf der Geodresden 2009 wurde das Projekt ebenfalls mit einem Vortrag vorgestellt.
Bitte schauen Sie daher bei einem späteren Besuch noch einmal auf dieser Seite vorbei. Vielen Dank für Ihr Interesse!
Unter diesem Logo werden künftig Veranstaltungen und Aktionen in Zusammenhang mit der Europäischen Goethestraße vorgestellt. Ein eigenständiger Internetauftritt www.via-goethe.eu ist ebenfalls in Vorbereitung.
Die Finanzierung des Projekts wurde bislang zu großen Teilen durch Mittel der Hermann-Credner-Stiftung in der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) garantiert. Damit konnten die bisherigen Tagungsbeiträge weitgehend finanziert werden.
Die "Goethe" Beiträge auf den bisherigen Tagungen fanden stets in den von der Working Group Geomorphosites der International Geomophological Society organisierten Sessionen statt.
Logistisch und fachlich unterstützt wurden die bisherigen Beiträge durch teilweise durch das Institut de Géographie der Universität Lausanne.
Wäre Goethe nicht frühmorgens mit der Postkutsche von Salurn nach Trient hier vorbeigerattert, hätte er vielleicht bei den Vorfahren der heutigen Besitzer halt gemacht. Das Weingut Endrizzi in San Michele steht für "Wein und Kultur" und beteiligt sich am "Via Goethe" Projekt hat im Spätsommer 2008 entsprechende Tafeln aufgestellt.
Die von der Klassikstiftung Weimar autorisierte Unterschrift Goethes ist auf allen Stelen angebracht. Die entsprechenden Logos der Klassikstiftung, des Weinguts Endrizzi sowie der Europäischen Goethstraße sind auf allen Stelen unten links angebracht. Das Weingut führt mit der Aufstellung der Stelen seine Marketingstrategie von "Wein und Kultur" fort, während auf diese Weise Besuchergruppen auf Führungen durch die Weinberge Informationen nicht nur zum literarischen Werk Goethes sondern auch zur Bedeutung der Geowissenschaften im seinem Gesamtwerk erhalten. Die ergänzenden geologischen Texte verstehen sich als Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit in den Geowissenschaften und zur Förderung des Geotourismus oder geokultureller Reisen.
Allen Beteiligten ein Herzliches Dankeschön!
Letzter Nachtrag: 10.05.2010
Matthias Geyer
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