Matthias Geyer ist Geologe (Studium in Tübingen, Würzburg und Neuchâtel) und nach Tätigkeiten am Geologischen Museum in Lausanne und am Landesamt für Geologie, Bergbau und Rohstoffe in Freiburg seit acht Jahren als selbständiger Geologe und Fachübersetzer tätig und zusätzlich an der PH Freiburg, der PH Karlsruhe und seit dem SS 2006 am Institut der Geowissenschaften (Mineralogie - Geochemie) mit Lehraufträgen für den Bachelorstudiengang betraut. Bereits in den vergangenen Jahren wurden Anfänger-Exkursionen in den Kaiserstuhl und in den Hegau durchgeführt. Mittlerweile stehen auch die Termine für das Sommersemester 2008 fest. Weitere Informationen zu den Exkursionen finden Sie in den nachstehenden Absätzen. Beachten Sie bitte die Anmeldeformalitäten auf den Seiten des Instituts für Geowissenschaften an der Universität Freiburg. Bei zusätzlichen Fragen können Sie auch noch ein E-Mail senden.

5. Juni - 7. Juni 2009: Steiluferlandschaft am Bodensee, Pfänder und Rappenlochschlucht
"Öko"-Exkursion: Wir fuhren mit dem Zug! Dadurch war die Veranstaltung auch preiswerter. Der Rucksack musste also während des ersten und dritten Tages getragen werden. Das Wetter ... kann man auch auf Exkursionen nicht ändern. Der erste und der letzte Tag war überraschend schön und warm. Für die Pfänder-Exkursion öffnete Petrus allerdings seine Schleusen - zu weit, nach einhelleiger Meinung der Teilnehmer. Konnte der Abstieg vom Pfänder mit gerafftem Programm noch durchgeführt werden, so musste das Nachmittagsprogramm an der Sandplatte in der Bregenzer Aach gestrichen werden. Dafür fand ein "Trockenseminar" im Flur des Jugendgästehauses in Bregenz statt.
Am ersten Tag fand eine ausgedehnte Wanderung in der Sipplinger Steiluferlandschaft statt. Das Panorama vom Haldenhof auf den Überlinger See mit Sipplingen, die Mainau und den Bodanrück verfehlten ihre Wirkung nicht. Die am ersten Tag angetroffenen Gesteine wurden am Pfänder teilweise erneut angetroffen und bestimmte Phänomene am dritten Tag rezent beobachtet.
Bei den Sieben Churfisten wurde eine Aufschlusskizze angefertigt. 3 km gab es dann am Nachmittag ab der Süßenmühle noch extra, weil der Linienbus an diesem Tag aus einem 12 Sitzer Kleinbus bestand ... und die Exkursionsteilnehmer daher nach Sipplingen laufen mussten.
Hier ist das Beispiel einer gelungenen Aufschluss-Zeichnung eines Teilnehmers (im Original natürlich wesentlich besser!). Wichtig ist z. B. auch die Angabe eines Maßstabes, wie dies im vorliegenden Fall auch am linken Bildrand geschehen ist.
Der zweite Tag war am Vormittag dem Pfänder gewidmet. Leider ist das nebenstehende Bild vom Juni 2008. Denn dieses Mal regnete es in Strömen. Aus diesem Grund musste auch das Programm abgekürzt werden: die Besteigung des Gipfels fiel ebenso aus wie der Panoramablick auf den Bodensee und die Alpen. Die Freizeit bestand an diesem Tag vor allem in den unterschiedlichen Versuchung die durchnässte Kleidung und die Schuhe bestmöglichst zu trocknen.
Der Tag in der Rappen- und Alplochschlucht war eindrucksvoll. Nicht nur, dass die Wolkendecke sehr rasch aufriss, auch die tief eingeschnittenen Schluchten verfehlten Ihre Wirkung auf die Teilnehmer nicht. Falten, Harnische, Rutschungen, Rippelmarken und vieles mehr wurde bei der Schluchtenquerung beobachtet.
Zum Abschluß gab es noch eine abenteuerliche Fahrt mit dem Vorarlberger Landbus nach Ebnit-Heumöser zu einer späten Panorama-Mittagspause.
Auf der Rückfahrt legte der Fahrer unseres Sonderbuses sogar noch zwei Geo-Photostopps für die Exkursion ein. Ab Dornbirn verlief auch alles nach Plan; ale Anschlüsse wurden erreicht, auch wenn die Züge wegen des Endes der Pfingstferien ziemlich überfüllt waren.

19. November 2008: Freiburg (Geologische Stadtexkursion)
Nach einem einführenden Überblick zur geologischen Situation Freiburgs erfolgte ein Kurzbesuch beim Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in der Albertstraße. Danach wurde die Schwarzwaldrandverwerfung im nahen Stadtgarten erkundet, ein Brunnen in der Konviktstraße untersucht und in der Gerberau die Lage des Augustinerplatzes in Anschein genommen und anhand der geologischen Karte erläutert. Weitere Punkte waren das Straßenpflaster vor dem Schwabentor sowie in anderen Teilen der Innenstadt und schließlich das Münster (Bausteine, Sanierung und Baufinanzierung). Bei dem Stadtrundgang gingen wir auch den Hinweisen auf alten Bergbau und Edelsteinschleiferei im Stadtbild nach. Die Stadtexkursion sollte insbesondere Studienanfängerinnen und Studienanfängern die Möglichkeit geben, ihren Hochschulort einmal mit anderen Augen zu betrachten.
1. Februar 2009: Kalisalz im Elsaß und in Südbaden
Tagesexkursion nach Wittelsheim bei Mulhouse und Buggingen im Markgräfler Land. Dort Empfang durch Vertreter von Kalivie, einem Verein, der sich dem Erhalt und der Weitergabe des Kalibergbaus im Elsaß verschrieben hat. Nach einer kurzen Einführung im Freigelände stand zuerst eine Besichtigung der weltgrössten Salzsammlung mit Bohrkernen, Mineralien und einer stratigraphischen Sammlung an. Erklärungen zur Entstehung der Lagerstätten sowie des Oberrheingrabens und Erläuterung der Arbeitsbedingungen in den Elsässer Kalisalzminen in der "Salle des pendus" (Umkleideräume; vgl. nebenstehende Abbildung) ergänzten den Vormittag- Die Problematik der Endlagerung von Giftmüll im Salz wurde angesprochen Die Mittagspause fand im Museum in Wittelsheim statt.
Dann Fahrt zum "Salzhügel" bei Buggingen (vgl.nebenstehende Abbildung); dort hinweise zu den Gefahren der Grundwasserversalzung im Oberrheingraben als Spätfolge des Kaliabbaus, anschließend Besuch des kleinen Kalimuseums in Buggingen mit Filmvorführung und Befahrung des in der Nähe des Sportplatzes von Buggingen gelegenen kleinen Besucherstollens. Der Abschluß mit Informations- und Fragerunde fand im neuen, noch nicht ganz fertiggestellten Kali-Museum in Buggingen statt. Diese Exkursion richtete sich in erster Linie an Erstsemester, war jedoch auch für Nebenfächler zugelassen. Insgesamt nahmen 31 Studierende an der Veranstaltung teil.


Diese Exkursion war speziell für das 2. Semester BSc konzipiert. „Feuer, Eis, Wasser“ sind die Schlagworte zur Beschreibung der Vulkan- und Burgenlandschaft Hegau am Nordwestrand des Bodensees. Die Anfahrt erfolgte über Donaueschingen nach Engen. Hier gab es einen Panoramahalt sowie eine kurze Einführung (Erd- und Landschaftsgeschichte, Tertiärer Vulkanismus in Baden-Württemberg, glaziale Überprägung). Anschließend wurden verschiedene vulkanische Bildungen aufgesucht, wobei der Schwerpunkt am Hohentwiel gelegt wurde. Hier konnten alle Teilnehmer auf "Lapillijagd" gehen (vgl. Abbildung)

Diese Exkursion an den Südwestrand der Vogesen ist speziell für das 2. bis 4. Semester BSc konzipiert. Nach Anfahrt über Mulhouse ins Dollertal bei Masevaux gibt es zur Einstimmung verschiedene Aufschlüsse im "Sentheimer Bruchfeld" (hauptsächlich Mesozoikum sowie das eozäne Küstenkonglomerat). Die Weiterfahrt führt über Masevaux nach Sewen, am teilweise verlandeten "Lac de Sewen" vorbei und über eine enge Straße zum "Lac d'Alfeld". Hier einige Angaben zur Staumauer und Besuch eines Gletscherschliffes und danach der Aufstieg zur Wasserfall-Hütte (recht steil): Hinweise zum alter Bergbau, Panoramablick. Hier ist wahrscheinlich auch Mittagspause. Bei genügend Zeit wird noch zum Ballon d'Alsace gefahren. Auf dem Rückweg wird eine kleine Seitenstraße gewählt, die unterhalb des Ballon d'Alsace nach Sewen abzweigt; hier sind Magmatite anzutreffen. Die genaue Route wird kurzfristig witterungsabhängig festgelegt. Mehrere Fußmärsche sind eingeplant.
Eine Einführung gab es im Bruchfeld von Sentheim im Dollertal
Mittags- und Badepause war am Stauweiher von Alfeld unterhalb des Ballon d'Alsace

Diese Exkursion war speziell für das 4. Semester BSc konzipiert. Bei 8 Teilnehmern war intensive Feldarbeit angesagt. Das Wetter war phantastisch und trug ebenfalls zum Gelingen der Exkursion bei. Der Hegau-Teil des diesjährigen Programms unterschied sich natürlich vom Angebot auf der Exkursion im SS 2007! Auf der Anfahrt wurde der "Blaue Stein" bei Randen sowie der "Riedöschunger Travertin" angefahren. Danach erfolgte ein kurzer Halt in Tengen und nach der Mittagspause eine Besteigung des Hohenstoffeln. Ein Abstecher nach Stein am Rhein war der Geologie des Schiener Berges gewidmet.
Abends erfolgte ein (freiwilliger) Rundgang am Hohentwiel mit Messung der Radioaktivität und Aufspüren von uranhaltigen Krusten (leider ohne Erfolg - dafür aber mit spektakulärem Ausblick)
Am zweiten Tag war der Mägdeberg die erste Station. Schwerpunkt des restlichen Tages bildete dann nach einem kurzen Überblick die Entstehungsgeschichte des Bodensees (wirklich nur ein "Kind der Eiszeit"?) und die tertiäre Schichtenfolge in der Bohlinger Schlucht und in der eindrucksvollen Molasse-Steiluferlandschaft zwischen Überlingen und Sipplingen. Schließlich wurden noch die Churfirsten und der Stadtgraben in Überlingen, aufgesucht. Den Abschluß bildete der Haldenhof oberhalb von Sipplingen.
Der erste Halt war der Blaue Stein bei Randen
Eher zufällig wurde die wohl teuerste Brücke Deutschlands entdeckt ... allerdings wurde die Aachbrücke in Singen im Inflationsjahr 1923 erbaut!
Der Hohenstoffeln war das Hauptziel des ersten Tages. Es wurde geklettert und gesammelt - trotz großer Hitze!
Abends gab es noch ein Angebot für Unermüdliche: Uranjagd am Hohentwiel! Auch wenn wir trotz UV Lampe keine radiaktiven Krusten finden konnten - die Lichtverhältnisse waren eindrucksvoll!
Etwas ermattet war die Gruppe am vorletzten Halt des zweiten Tages. Dabei ist die Gezeitenschichtung in den Molasseschichten des Überlinger Stadtgrabens absolut einmalig!


Am 22. November 2007 fand auf freiwilliger Basis - also auch ohne Protokoll und Exkursionsbescheinigung - eine Stadtexkursion in Freiburg statt, dabei wurde ein Kurzbesuch im Landesamt für Geologie abgestattet, die Schwarzwaldrandverwerfung im Stadtgarten erkundet, ein Brunnen in der Salzstraße untersucht und in der Gerberau die Lage des Augustinerplatzes in Anschein genommen. Zum Abschluß des offiziellen Teiles wurden das Straßenpflaster am Schwabentor (Abbildung) und die Bausteine des Münsters untersucht, wobei natürlich ein Hinweis auf den Silberbergbau in Schauinsland nicht fehlte. Ergänzende Erklärungen gab es zur Stadtarchäologie und -geschichte. Danach gingen die meisten Teilnehmer in ein stadtbekanntes Lokal im Stühlinger zum Spaghetti essen.


Einführung in die Geologie des Kaiserstuhl (Lage, Aufbau, Tertiärer Vulkanismus) mit klassischen Aufschlüssen (Achkarren, Badberg, Burkheim, Limburg, Niederbötzingen) und einem Panoramahalt am Aussichtspunkt Mondhalde.

„Feuer, Eis, Wasser“ sind die Schlagworte zur Beschreibung der Vulkan- und Burgenlandschaft Hegau am Nordwestrand des Bodensees. Die Anfahrt erfolgt über Donaueschingen nach Engen. Hier gab es eine Einführung (Erd- und Landschaftsgeschichte, Tertärer Vulkanismus, glaziale Überprägung). Anschließend wurden verschiedene vulkanische Bildungen aufgesucht (Hohentwiel, Hohenkrähen, Hewenegg). Die genaue Route wurd kurzfristig witterungsabhängig festgelegt. Mehrere Fußmärsche waren Teil des Programms.

Nach Anfahrt über Mulhouse ins Dollertal gab es zur Einstimmung verschiedene Aufschlüsse im „Sentheimer Bruchfeld“ (hauptsächlich Mesozoikum sowie das eozäne Küstenkonglomerat). Weiterfahrt über Masevaux nach Sewen und zum „Lac d'Alfeld“(Gletscherschliff, etwa 2h Aufstieg zur Wasserfall-Hütte: alter Bergbau, Panoramablick). Dann erfolgte die Weiterfahrt zum Ballon d'Alsace. Auf dem Rückweg wurden entlang der "Route touristique de Sewen" noch Magmatite angesehen.


Die Erd- und Landschaftsgeschichte des Kaiserstuhls war zentrales Thema dieser Einführungsexkursion: Achkarren, Badberg, Bickensohl, Burkheim und Sasbach wurden angefahren. Am Panoramahalt "Aussichtspunkt Mondhalde" war Mittagspause. Hier bot sich ein sehr guter Fernblick und Zusammenhänge zwischen Landschaftsbild und Erdgeschichte wurden angesprochen.

Zweitägige Exkursion in die Vulkanlandschaft Hegau am Nordwestrand des Bodenseebeckens. Nach einführendem Panoramahalt an der Raststätte "Hegau-West" wurden unterschiedliche Aufschlüsse an den verschiedenen Vulkanen besucht (Hohentwiel, Hohenkrähen, Höwenegg). Dabei wurden auch 1-2 stündige Wanderungen "eingebaut". Ein Besuch am Rheinfall bei Neuhausen in der Schweiz und im Museum Fischerhaus in Öhningen rundete die Veranstaltung ab. Die Übernachtung mit Halbpension fand in der Jugendherberge Singen statt.
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